Hintergrundwissen Audi 100 Coupe S

Die Produktion des im September 1969 auf der IAA in Frankfurt als Prototyp vorgestellten Audio 100 Coupé begann Mitte 1970. 

Die Geschichte des Audi 100 Coupé S ist untrennbar mit Dr. Ludwig Kraus, dem Direktor für Entwicklung bei der AUTO UNION GmbH und späterem Vorstandsmitglied der AUDI NSU AUTO UNION AG verbunden. Die durch Ihn initiierte heimliche Entwicklung des Audi 100, gegen die ausdrückliche Weisung der Wolfsburger Konzernzentrale, war letztlich der Grund, dass Audi als eigenständige Marke überhaupt erhalten blieb. Mit dem Startschuss für den Audi 100 begann der eigentliche Ausstieg aus dem VW-Käferbau und der glanzvolle Aufstieg der AUTO UNION zur AUDI AG. Der Audi 100 wurde ein fulminanter Verkaufserfolg.

Als dann Dr. Ludwig Kraus für seinen persönlichen Fahrzeugpark gerne ein etwas sportlicheres Coupé wollte, schlug die Geburtsstunde des 100 Coupé S. Das langgestreckte Fließheck, die Haifischkiemen und die Abrisskante verliehen dem 100 Coupé S italienische Gran-Turismo-Eleganz.

Motorisierungsvarianten: Das Coupé 100 S erhielt den leistungsstärksten Motor, der ab 1972 auch in der GL-Limousine eingesetzt wurde. Nach 1972 wurde der 2-Register-Solex-Fallstromvergaser gegen einen 1-Register-Fallstromvergaser ersetzt. Dadurch sank die Leistung zwar drei PS, aber das Abgasverhalten wurde soweit verbessert, dass das Coupé auch für den Export geeignet war.

  • 1970-1972: 1.871 cm³, 115 PS, 185 km/h
  • 1972-1976: 1.871 cm³, 112 PS, 183 km/h

Geringe Stückzahlen: Die heute außerordentlich beliebten Coupés waren seinerzeit kein Verkaufsschlager. Während von der Audi 100 Limousine bis zum Modellwechsel 1976 mehr als 800.000 Stück verkauft wurden, kam das sportliche Schwestermodell nur auf insgesamt 30.787 Einheiten hergestellt, von denen 14.130 exportiert wurden. Aktuell dürften weniger als 500 Coupé S “überlebt haben”. Laut Kraftfahrbundesamt sind es noch ca 55 Stück vom Typ 306 (115 PS-Version) und ca 250 vom Typ 310 (112 PS-Version). Habe aber festgestellt, dass dies die Zulassungszahlen der normal zugelassenen oder Historisch zugelassenen Fahrzeuge sind. So kann man doch von rund 500 oder auch ein paar mehr Fahrzeugen ausgehen.

Rostprobleme: Coupés der letzten Baujahre 1974 bis 1976 sind wegen der damaligen minderen Stahlqualität stark rostanfällig.

Schwierige Ersatzteillage: Stetige Veränderungen während der gesamten Bauzeit ließen zwar die Grundform des Coupés unverändert, allerdings sind nur wenige Teile innerhalb der Coupéfamilie wirklich problemlos austauschbar – glücklicherweise gehört die Windschutzscheibe dazu.